Tierkunde einmal ganz anders…

Klasse 4a hat eine ganze Epoche Tiere gemalt, um die Rechtschreibfähigkeiten zu schulen!

Jeden Tag wurden in der Schule Tiere besprochen, über sie erzählt, von ihnen gelesen oder in Büchern recherchiert. Auch wurde das Anschleichen oder Brüllen eines Löwen geübt oder ausgerechnet, dass man 8 Kinder und die Klassenlehrerin braucht, um das Gewicht eines Tigers aufzuwiegen!

 

Dann kam die Übung, jeden Tag neu: Das jeweilige Tier wurde vor den Kindern an der Tafel gemalt. Jedes Kind bekam ein DIN A 3 Blatt und sollte zunächst ein Heft als Schablone für einen Rahmen verwenden (s. Foto). Dann wurden Stifte und Anspitzer – aber kein Radiergummi oder Bleistift! – bereitgelegt und die Arbeit konnte beginnen. Aber wo soll man nur anfangen?

Es galten strenge Regeln:

Regel 1: Keinen Bleistift verwenden und auch nicht mit Buntstiften Linien ziehen!

Regel 2: Kein Radiergummi benutzen!

Regel 3: Das Tier soll GROSS innerhalb des Rahmens gemalt werden!

 

Aber warum NUR malen?

Eine Ausgangsfrage war: Wie soll ein Kind, das noch nicht so gut beobachten kann, seine eigenen Rechtschreibfehler überhaupt entdecken können?

 

Der Versuch bestand also nun darin, mit den SuS (Schülerinnen und Schüler) durch das tägliche Malen soweit die Beobachtungsgabe zu schulen, dass diese intensiv und neu erlernte Fähigkeit in der nächsten Sprachlehreepoche zur Geltung kommen kann. Natürlich ist durch die lange Zeit zudem ein gutes Fundament an zeichnerischem Geschick angelegt worden, auf das aufgebaut werden kann. Denn es ging beim Malen um das ganz genaue Beobachten: Proportionen, Farben, Besonderheiten… Und um sich nicht zu früh in der Form festzulegen, bestand die Aufgabe stets darin, zu versuchen, möglichst flächig die Grundgestalt zu malen, bevor die Details das Bild verdeutlichen.

Das war schwer! Zu tief saß die Gewohnheit erst einmal einen Rahmen zu malen, den man dann ausfüllen kann. Aber Übung macht den Meister. Jeden Morgen wurden die Bilder (die Namen standen bewusst auf der Rückseite) auf den Boden in die Mitte des Stuhlkreises gelegt, um zu schauen, bei welchem Kind die Aufgabe besonders gut gelungen war, und wo man noch etwas verbessern könnte am Strich, der Proportion, Farbgebung, Hintergrund, Größe usw.

 

Und nun, wo die SuS der 4. Klasse wieder schreibt, wird der Rahmen/Rand im Heft viel selbstverständlicher gelassen. Auch das Schriftbild vieler Kinder hat sich sehr gebessert.

 

Mein Tierreferat

Während der Epoche hat jedes Kind der Klasse 4a zu Hause ein eigenes Tierreferat vorbereitet und frei vor der Klasse erzählt. Es sollten innerhalb von drei Wochen 12 Aufgaben bearbeitet werden, die den Leitfaden durch das Referat bildeten. Jedes Kind sollte das Gefühl bekommen bei seinem Tier der Fachmann zu sein, der auf Fragen der Klassenkameraden souverän Antwort geben kann. Der jeweilige Tischnachbar war jeweils der Sekretär (s. Foto). Er sollte Stichpunkte in ein dafür vorgesehenes Heft schreiben, die am nächsten Tag zur Erinnerung und für die Kinder die krank gewesen waren, vorgelesen wurden.

 

Beim Referat ging es darum aus dem Gefühl der Sicherheit heraus von dem zu berichten, was sich das Kind erarbeitet hat. Bei der „Malübung“ um das Eintauchen in Farben und Formen, Proportionen und Stimmungen…

 

Mirjam Schieren, Klassenlehrerin