Nicht nur Namen tanzen

Einblicke, Rückblicke, Ausblicke - Künstlerischer Abschluss

„Nicht nur Namen tanzen“ – das Motto des diesjährigen Künstlerischen Abschluss. Ja, sie haben überrascht und begeistert – die Schüler der 12. Klasse. Das war: Viel mehr als Namen tanzen!

Von humorvollen Darstellungen geläufiger Vorurteile, einzeln oder gemeinsam entwickelten Texten, über solistisch oder im Ensemble vorgetragenen künstlerisch-musikalischen und eurythmischen Beiträgen bis hin zu ernsthaften, individuell ganz unterschiedlichen und sehr tiefen Rückblicken auf ihre 12-jährige Waldorfschulzeit.

Nicht nur Namen tanzen - Künstlerischer Abschluss der 12. Klasse

Aus Schülersicht: Rückblicke nach 12-jähriger Waldorfzeit

 

In zwölf Jahren Waldorfschule habe ich gelernt, dass es steter Veränderung bedarf, um alles am Leben zu halten und die Steine, die den Weg versperren, zu überwinden. Man muss wandelbar sein, auf die Zeichen der Zeit hören, sonst läuft sie einem davon und man bleibt alleine zurück.

Diese Fähigkeit zum Wandel wünsche ich unserer Schule von ganzem Herzen. Denn es gibt viele Dinge, die darauf warten, geändert zu werden und ich glaube, dass dies auch gelingen kann, wenn alle ehrlich und offen sind und an einem Strang ziehen. Denn trotz aller Fehler und Missgeschicke hatte ich hier eine großartige Zeit, die ich niemals vergessen werde. Dafür möchte ich bei meiner fantastischen Klasse und all den tollen Menschen, denen ich hier begegnen durfte, bedanken.

 

"Starker Zusammenhalt durch gemeinsames An-Einem-Strang-Ziehen und ein stets gutes Verhältnis zu den Lehrern."

 

Praktika – die Kunst des Lebens, des Helfens und des Mitarbeitens -, Alltag erleben, gemeinsam etwas schaffen und Nützliches tun: Unsere Schule lehrt nicht das Muss, sondern gibt die Grundlagen des Lebens.

 

Was ich auf der Waldorfschule erfahren durfte sind: Spaß, Eigenverantwortung, Stress, die unterschiedlichsten Menschen, kreative Freiheit, Respekt.

 

Die Zeit, die ich an der FWS Bonn verbracht habe, ist für mich wertvoll und kostbar gewesen. Nicht etwa, weil ich viel über das gelernt habe, was der Staat vorgibt, sondern weil das Zwischenmenschliche mich persönlich stark bereichert hat. Ich kann mich glücklich schätzen, Klassenkameraden, wie die meinen, zu haben. Erfahrungen wie diese hätte ich bestimmt nicht auf anderen Wegen gewonnen.

 

Ein Ort voller Erinnerungen! Eine Zeit gefüllt mit Erfahrungen: künstlerische Arbeiten, Praktika, Klassenspiele, Freundschaften, persönliche Entwicklung, Konflikte und unvergessliche Klassenfahrten! Eine Klasse - verrückt und bescheuert - aber einfach die Beste! Auf dass wir das nächste Jahr rocken!

Außensicht - Vorurteile über Waldorfschüler

 

Können Waldorfschüler Namen tanzen?

Tragen Waldorfschüler Lederranzen?

Machen sie statt Mathe Bilder malen?

Lernen sie in ganz banalen

Räumen ohne rechte Winkel?

Bio-Essen, möglichst Dinkel?

 

Das sind alles große Fragen,

Die zudem auch sehr begründet sind

Vorurteile die wir tragen,

Kommen mit dem Gegenwind.

 

Umarmen sie die großen Bäume

Während ihre Schleiersäume

Farbig durch die Lüfte wehen

Und sie sich im Reigen drehen?

Und bei sanfter Harfenmelodie

Leben sie die Anthroposophie?

 

Das sind alles große Fragen,

Die zudem auch sehr begründet sind

Vorurteile die wir tragen,

Kommen mit dem Gegenwind.

 

Hört man wieder Kinder singen,

C-Flöten, die schrill erklingen?

Ist die Rudolf-Steiner-Sekte,

die die Hippiegeister weckte

also wieder in Aktion?

Steht dort schon der Gründer-Thron?

 

Das sind alles große Fragen,

Die zudem auch sehr begründet sind

Vorurteile die wir tragen,

Kommen mit dem Gegenwind.

 

Waldorfschule, Auffangbecken

Um die Schulpflicht abzudecken,

Immerhin gibt´s keine Noten!

Ansammlung von Idioten?

Hier zählt nur die Geldesgier

Und auf Waldorf folgt Hartz IV?

 

Das sind alles große Fragen,

Die zudem auch sehr begründet sind

Vorurteile die wir tragen,

Kommen mit dem Gegenwind.

Der gemeine Waldorflehrer

 

Der Waldorflehrer ist nahezu weltweit aufzufinden, wobei sich seine Verbreitung vor allem auf den deutschsprachigen Raum konzentriert. Überwiegend ist er in sogenannten Waldorfschulen, oft auch unter dem Decknamen „Rudolf-Steiner-Schule“ bekannt, zu beobachten. Er ist des Öfteren Mitglied in der Freien Christengemeinschaft, einer fälschlicherweise nicht als Sekte eingetragenen Religion, welche sich sowohl mit Kinderhandlungen als auch mit Opferfeiern die Zeit vertreibt.

 

Allgemein gibt es zwei Kategorien von Waldorflehrern: Diejenigen mit unendlich viel Zeit und diejenigen ganz ohne Zeit.

 

Unter erstere Kategorie fallen vor allem Waldorflehrer aus den Fachbereichen Häkeln, Stricken, Nähen, Gartenbau, Sport, Eurythmie sowie Werkunterricht im Allgemeinen. Die überschüssige Zeit wird von diesen teilweise durch eine unerhört hohe Aktivität innerhalb der waldörfischen Organisationskreise kompensiert. Wiederum andere beschäftigen sich gerne mit Themen wie der Farbtönung ihrer Haut.

 

Die Kategorie der Lehrer ohne Zeit umfasst überwiegend echte Lehrer mit einer staatlichen Lehrbefugnis für die gymnasiale Oberstufe. Sie verstehen sich blendend darauf, dem Schüler zu vermitteln, dass er Rechte hätte und in der Lage wäre, selbstständig zu arbeiten. Manchmal werden sogar Scheinabstimmungen abgehalten, um dieses Trugbild aufrecht zu erhalten. Mittel zum Zweck ist vor allem die Änderung der Anrede des Schülers vom Du zum Sie unter gleichzeitiger Beibehaltung des Vornamens. Somit will der Lehrer, der ohnehin keinerlei Zeitkontingent zu verschwenden hat, die förmliche Distanz zu seinen Untergebenen halten. Häufig ist bei dem zeitlosen Lehrer, der sich dementsprechend auch gerne modisch möglichst unpassend kleidet, die Einbehaltung jeglicher Arbeiten und Hefte zu beobachten. Leider ist es Wissenschaftlern aufgrund zu hoher eurythmischer Sicherheitssperren noch nicht gelungen, einen Blick in die Wohnhöhle eines solchen Waldorflehrers zu erhaschen. Es wird allerdings vermutet, dass jegliches Mobiliar durch Papierstapel ersetzt ist, welche die verschollenen Arbeiten und Hefte beinhalten. Prozentual liegt in dieser Disziplin der Waldorflehrer mit dem Fachbereich Geographie immer sehr weit vorne.

 

Ein Waldorflehrer hat einige wenige Vorbilder, die scheinbar nahezu unfehlbar gewesen sein müssen und in ihrer Perfektion von keinem lebenden Wesen auch nur ansatzweise erreicht werden können. Dies ist zum einen der Gründervater der Anthroposophie, Rudolf Steiner, der sich allerdings noch in seiner Perfektion hinter Johann Wolfgang von Goethe einordnen muss. Letzterer hat für nahezu jedes Unterrichtsfach an der Waldorfschule Unterrichtsmaterial geschaffen, welches dem Waldorflehrer gerne dazu dient, dem Schüler zu vermitteln, er würde etwas von seinem Fach verstehen. Dabei ist es erstaunlich, wie viele Erleuchtungen Goethe aufgrund einiger Analyseergebnisse gehabt haben soll. Es macht beinah den Anschein, dieser brillante, leider etwas zu früh geborene Waldorfgoethe, hätte mehrere Leben gleichzeitig gehabt. Sicher ist nur, dass er in Form von Rudolf Steiner wiedergeboren wurde, allerdings mit einigen Makeln.

 

Erkennen lässt sich ein Waldorfschullehrer sowohl an seiner selbstgehäkelten Mütze als auch an seiner Sprache. Er benutzt gerne von normalen Menschen als kindlich bezeichnete Bilder, um seinen Schülern sein Fach näher zu bringen. Außerdem beschwert er sich gerne über das Benehmen von normalen Menschen, wobei das Wort „normal“ an der Waldorfschule bereits als eine beinahe zu heftige Beleidigung anzusehen ist.