Martin

geboren vor 1700 Jahren, jährt sich am 11. November sein Todestag

Wir feiern, wie im frühen Christentum üblich, den Todestag als Tag der Geburt in die göttliche Welt. In einem der vielen Martinslieder wird diese Welt auch direkt angesprochen:

 

Sankt Martin hört des Bettlers Wort: "Ich komm von einem andern Ort,

ich komm vom hohen Himmelszelt, ich bin der Herr von dieser Welt.“

 

Das Martinsfest ist das zweite Lichterfest auf dem Weg zum Weihnachtsleuchten. Der heilige Martin besaß Mut, denn einen Menschen aus brüderlicher Milde zu retten war damals so wenig selbstverständlich, wie es auch heute erscheint. Klarheit in der Entscheidung und unerschütterliche Nächstenliebe beeindruckten die Menschen damals so, dass sie Martin zum Leitbild ihrer Gemeinschaft, zum Bischof, machten. Wenn wir Sankt Martin feiern, können wir in uns nachspüren, wie wir die zu Michaeli entfachte innere Aktivität brauchen, um uns der Dunkelheit entgegenzustellen. Mit unseren Laternen lassen wir ein Bild dessen aufleuchten, was unser inneres Licht werden will. Kräfte aus der himmlischen Welt, die durch unsere Seelentätigkeit auf der Erde wirksam werden wollen. Echtes Leuchten entsteht nur in der gewollten Gemeinschaft, die vom Geben und Nehmen ihrer Mitglieder lebt. Sankt Martin stärkt die Gemeinschaft und will uns an das Geben – das Teilen – erinnern.