· 

structures for freedom

Foto: Andreas Blauth
Foto: Andreas Blauth

Structures for Freedom - Global Youth Confluence at the Goetheanum

16. – 20. Juli 2025

 

Es birgt eine besondere Kraft, wenn man mit der Jugend in einen echten Austausch zu ihren Fragen kommt: „Wie sieht unsere Zukunft aus und was ist meine Rolle darin? Welche Rolle spielt Schule und Bildung dabei? Warum lerne ich? Und was wird aus mir auf diesem Weg?“ Eine Frage, die daraus entsteht, könnte sein: Wie sähe eine jugendgeführte Bildungstransformation aus? Trauen wir uns, uns diese Frage zu stellen

 

Unter dem Titel „Structures for Freedom – Social Riddles of Education“ fand vom 16. bis zum 20.7. eine intergenerationale Confluence der Jugendsektion des Goetheanums statt. Darin finden sich direkt zwei Widersprüche, die sich als fruchtbare Reibungsflächen herausstellten: Strukturen und Freiheit, kann das zusammenpassen? Und das als intergenerationale Veranstaltung für eine Organisation, die sich auf die Arbeit mit jungen Menschen von 14 bis 28 Jahren fokussiert. So wie auch in der Schule ist entscheidend, ob wir mit ehrlichem Interesse zusammenkommen und das Wahrhaftige verfolgen.

 

So trafen sich ungefähr 50 Menschen, mehrheitlich jung aus der ganzen Welt, um fünf Tage gemeinsam zu arbeiten. Die Entwicklung über die Confluence wurde von einem sehr engagierten Team junger Erwachsener geleitet, mit Raum für Musik, Zusammentreffen, Einsichten, Austausch und Arbeit an konkreten Themen. Sie führten uns von der eigenen Entfaltung im Zusammenspiel des Innen und Außen und dem Erleben des inneren Feuers über die Auseinandersetzung der Frage, wie ich in der Welt bin und die Welt in mir, zur Transformation als menschlicher Fähigkeit und dem gemeinsamen Säen von Samen für die Zukunft. Wie eine Pflanze, die in ihrer Umwelt mit ihrer ureigenen Kraft wächst, sich ihren Platz sucht, sich verwandelt, blüht und dann mit ihren Samen die Welt verändert.

 

Dabei lag der Fokus erstmal auf der Beschäftigung mit vielen Fragen, die sich in diesem Kontext stellen: Was sind Qualitäten und Strukturen, die das Lernen braucht? Wann habe ich selbst am profundesten gelernt? Es fielen die Stichworte Neugierde, Leidenschaft, Inspiration, den ganzen Menschen sehen, in Gemeinschaft und Unterschieden, in der Zeit und in der Kultur stehen. Wie starten wir einen Dialog mit dem, was wir noch nicht sehen? Welche Rolle spielt meine Kultur in meinem Lernen

 

Ich hatte die Ehre einen der Workshops zu gestalten, in dessen Rahmen sich eine Gruppe von neun Teilnehmenden dreimalig traf. Unsere Frage war, wie wir eine Umgebung schaffen, die die Entwicklung des Kindes und jungen Erwachsenen bestmöglich unterstützt. Dafür haben wir uns erst in mit unserem „Future Mind“ unterhalten indem wir uns in eine Vorstellung der Zukunft versetzt haben und erspürten, wie sich diese wohl anfühlt. Ohne alles zu hinterfragen, was dagegensprechen könnte, haben wir uns diese Entwicklungsumgebung vorgestellt und sie dann miteinander geteilt. Darauf basierend entwickelten wir Designprinzipien für die „Schule“ der Zukunft. Die Arbeit daran hat aber erst begonnen.

 

Eine große Frage, die in unserer Gesprächsgruppe aufkam, war diese: Auf welche Gesellschaft bereiten wir unsere Kinder denn eigentlich vor? Und was ist unsere Rolle in ihrer Mitgestaltung? Antworten darauf zu finden wird eine Aufgabe sein, der sich die Teilnehmenden der Confluence und hoffentlich viele weitere Menschen weltweit in der nächsten Zeit widmen. Bist du dabei?

 

Martin Konrad

Kommentar schreiben

Kommentare: 0