Im Kunstunterricht der 12. Klasse stand in diesem Schuljahr vor allem eines im Mittelpunkt:
Kreatives, eigenständiges Arbeiten.
Was verbindet einen Maler aus dem 19. Jahrhundert mit einer Künstlerin von heute? Und wie kann Kunst Menschen zeigen, die es gar nicht gibt, aber trotzdem etwas Echtes erzählen? Genau mit diesen Fragen haben wir uns in unserem Leporello-Projekt beschäftigt.
Manet war seiner Zeit weit voraus. Er malte das Leben so, wie es wirklich war, und nicht so, wie es die Kunstwelt damals sehen wollte. Lynette Yiadom-Boakye macht etwas völlig anderes: Sie erfindet ihre Figuren komplett. Keine davon existiert wirklich. Ihr Ziel ist es, Stimmungen und Gefühle einzufangen, ohne dabei eine bestimmte Geschichte zu erzählen. Ihre Figuren sind schwarz, ruhig, irgendwie in sich versunken. Man fragt sich unwillkürlich, was sie gerade denken, und findet viele Antworten und zugleich keine einzige. Und genau das macht ihre Bilder so besonders.
Ein Leporello, ein faltbares Kunstbuch, war die Form, in der wir uns mit diesen beiden Welten auseinandersetzen. Ob mit Collage, Wachsmalstift, Marker oder Acrylfarbe, die Umsetzung lag ganz in unseren eigenen Händen. So entstand eine Vielzahl einzigartiger Arbeiten, und am Ende hat jeder von uns die beiden Künstler auf ihre ganz eigene Art verstanden und dargestellt.
Abderahman Deba
P.S. Vielen Dank an Milan Thelen für die Videodokumentation der Leporellos.
P.P.S. Noch ein Hinweis: Lynette Yiadom-Boakye lässt sich beim Malen von Musik inspirieren – insbesondere von Miles Davis. Eine der Aufgaben bestand darin, das Lied „Kind of Blue“ von Miles Davis zu hören und dazu zu malen. Aus urheberrechtlichen Gründen konnten wir das Video leider nicht dieser Musik vertonen. Es lohnt sich aber, das Video mit diesem Album im Hintergrund anzuhören!
Julia Gilmore

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