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Zuhören!?

Quelle: Pixabay
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Liebe Schulgemeinschaft,

 

aus meinen bisherigen Erfahrungen ganz generell und speziell in unseren Klassenteams sehe ich, dass es nicht leicht ist, in einer Gruppe jeden gleichberechtigt wahrzunehmen und gleichzeitig den Austausch nicht ausufern zu lassen. Bei der Arbeit und im Alltag erleben wir immer wieder: Wir lassen nur noch ausreden anstatt wirklich zuzuhören. Wir halten es schwer aus, eine Aussage stehen zu lassen ohne direkt etwas darauf zu erwidern. Und diese Erwiderung kommt meist aus einem direkten Impuls, ohne dass wir uns Zeit lassen das Gehörte aufzunehmen.

 

Es gibt viele Techniken, um sich bewusst dem Gesprächsrausch zu entziehen. Einen Rahmen beschrieb uns Michael Harslem unter dem simplen Begriff der „Runde“.

Dabei geht es darum, sich nach einer anfänglichen Besinnungszeit in einem festgelegten Zeitrahmen zu einem definierten Thema reihum zu äußern. Damit hat jeder seinen Platz in der Runde und eine Einseitigkeit sowie gegenseitige Bestärkung durch Wortwechsel werden verhindert. Die Ausgestaltung kann dabei sehr vielfältig sein, als Anfangs-, Besinnungs-, Feedback-, Bedenken- oder Abschlussrunde.

 

Eine Übung, die den Dominikanern zugeordnet und in der gewaltfreien Kommunikation als Paraphrasieren bezeichnet wird, ist das Wiedergeben des Beitrags der Vorredner:in in eigenen Worten. Dabei trainiert man das Zuhören, weil man anschließend in der Lage sein möchte, das Gehörte wiederzugeben, aber auch das Ausdrücken in angemessener Form und Umfang, sodass jemand noch die Chance hat, den eigenen Beitrag zu paraphrasieren. Der darüber hinausgehende, aus meiner Sicht noch wichtigere Effekt, ist der Aufbau oder die Verstärkung der Beziehung der Redenden und Zuhörenden, weil wir uns wirklich zuhören und dadurch wahrgenommen fühlen.

 

In den letzten Koordinationskonferenzen haben wir gemerkt, dass eine effektive Arbeit mit einer Gruppe, in der alle Klassen vertreten sind, gut möglich ist. Dabei suchen wir weiter nach der richtigen Balance, was und in welchem Umfang wir aus den Teams teilen und wie viel Raum wir zur Diskussion schulweiter Themen benötigen.

 

Herzliche Grüße

Martin Konrad

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